Winterlicher Blattfall an Citruspflanzen – Ursachen und Abhilfe

Autor: Steffen Reichel

Es tritt immer wieder auf, die Ursache sind zumeist nicht klar und Abhilfe findet sich kaum. Regelmäßig kommt es vor, daß Citrus-Pflanzen im Winterquartier unter massivem Blattfall leiden, bis hin zur kompletten Entlaubung. Viele Bücher verharmlosen dies, ohne die Ursache zu beleuchten.
Mir war dies zu vage und suspekt, so habe ich mich aufgemacht, die Ursachen für den winterlichen Blattfall zu untersuchen und dessen Ursache zu klären. Über diesen Weg wollte ich dann auch Abhilfe schaffen, denn mir ahnte, daß ein Blattfall in dieser Menge alles andere als harmlos ist.
Unterstützt von der University of Florida und dem US Dept. of Agriculture, Horticultural Research Laboratory, Section Citriculture in Florida machte ich mich also auf eine kleine Fensterbank Forschung, deren Ergebnisse hier nun dargestellt werden sollen.
Diese Ergebnisse sind bestätigt worden und wurden auch in einer Ausgabe des renommierten Magazins der California Rare Fruit Grower’s Inc. publiziert.
Aufgrund der englischen Vorgeschichte und Korrespondenz wurde das Phänomen kurz WinterLeafDrop, abgekürzt WLD genannt.
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Kurzer Ausflug in die Botanik der Citruspflanzen

Autor: Steffen Reichel

Die Botanik der Citruspflanzen ist ein bücherfüllendes Thema, weshalb auch hier nur ein kleiner Auszug gegeben werden kann. Aber um eine Pflanze zu verstehen, sollte man den Aufbau, die Funktion und die Verwandtschaft kennen; ausserdem ist ein Verständnis der Funktion einer Pflanze in meinen Augen nicht minder wichtig, um den Pflanzen eine vorteilhafte Pflege angedeihen zu lassen. Schneiden wir zunächst die Familienbande an. Die Citruspflanzen gehören zur Unterklasse Rosidae, dort in die 4. Überordnung den Rutanae, dort zur Familie der Rutaceae, den Rautengewächsen. Die Familie Rutaceae ist in sieben Subfamilien unterteilt, worunter sich die Citrus-Pflanzen in der Subfamilie Aurantioideae befinden. Diese Subfamilie wurde von W.T. Swingle in zwei Stämme, Clauseneae und Citreae, unterteilt, mit 33 Genera und 203 Spezien. Die folgende Tabelle soll helfen ein wenig den Durchblick dieser riesigen Familie zu bekommen. Hier wird auch die Verwandschaft von Citrus mit Poncirus und Fortunella klarer.
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Gehölze – Wildgehölze – Mistel

Ritische und medizinische Aspekte der Misteln

Autor: Gregor Dietrich

In England nehmen Misteln der Gattung Víscum im Weihnachtskult seit jeher eine wichtige Stellung ein – als Rest keltischer Kultur, der über Jahrhunderte in der christlichen Kultur assimiliert wurde. Bei uns werden Misteln auch immer häufiger als winterlicher Raumschmuck verwendet.

Aus dem Englischunterricht wissen wir, daß Paare, die sich am Weihnachtsabend unter einem Mistelzweig küssen, innerhalb eines Jahres heiraten werden. Wer sich mit Zauberpflanzen beschäftigt, stößt immer wieder auf die Mistel. Ihre Bedeutung für die Kelten wird in den Asterix-Comics natürlich etwas verzerrt dargestellt. Das Klischee vom Druiden, der mit der goldenen Sichel Misteln schneidet wird hier betont. Tatsächlich waren, wie uns Plinius der Ältere berichtet, auch andere Pflanzen von ebensolcher kultischen Bedeutung. Bärlapp (Lycopódium) durfte z.B. erst nach Reinigung des Druiden und einem Opfer geerntet werden. Der Druide mußte ihn bloßfüßig in weißem Gewand ohne Metall abschneiden, wobei die rechte Hand unter der linken durchgeführt wurde, "wie Diebe es machen". Die Salzbunge (Sámolus) wurde mit der linken Hand geerntet, sofort nach Hause gebracht und dort gelagert, "wo man die Getränke aufbewahrt".
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Stauden – Giersch, Aegopodium podagraria

Aegopodium podagraria oder: einmal Giersch – immer Giersch

20 Tipps für die erfolgreiche Kultur von Giersch

Ich habe habe ihn auch schon gesehen – den gierschfreien Garten. Ich erinnere mich genau, es war ein schöner sonniger Sommertag…

Hier könnte jetzt ein fesselnder Tatsachenbericht folgen, doch Spass beiseite: Es gibt ihn wirklich, den gierschfreien Garten. Überwiegend ist er zurückzuführen auf das Fehlen günstiger Standortbedingungen für den schönen Doldenblütler! Dem kann Abhilfe geschaffen werden:

  • Tip 1-3 In einem sonnigen Garten mit magerem und trockenem Sandboden wird man allenfalls mickerige Exemplare finden. Also: Schaffen sie die richtigen Standortbedingungen: Halbschattig (- schattig), gute Nährstoffversorgung und ausreichende Bewässerung sichern maximale Erträge!
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Obst – Birnengitterrost

gefürchteter Pilz

Als Zwischenwirt fungieren einige Wacholderarten. Aber hier fangen die 'Probleme' schon an. Zum einen (wenns genau sein soll) ist eigentlich die Birne der Zwischenwirt und einige Wacholderarten, wie z.B. der Sadebaum, der Wirt. Gut, das ist vielleicht für die Praxis nicht so von Bedeutung. Es sind aber keineswegs alle Wacholderarten und -sorten (Zwischen)Wirt und nicht alle die es sind, funktionieren im Sinne des Pilzes wirklich gut. Und es mehren sich Beobachtungen, die darauf hindeuten, dass der Entwicklungszyklus des Birnengitterrostes nicht zwanghaft auf "den Wacholder" angewiesen ist. Heisst: Entweder gibt es noch andere (möglicherweise unbekannte) Wirte oder der Pilz kann auf diesen Entwicklungsschritt auch verzichten bzw. diesen in modifizierter Form auf der Birne selber durchführen.

Wie bei allen Lebewesen unterliegen die Populationen des Birnengitterrostes Schwankungen, d.h. der Befall ist von Jahr zu Jahr verschieden. Dieses Jahr konnte ich z.B. mehrere Bäume als nur gering befallen sehen, die in den letzten Jahren keine einzige Frucht mehr zur Reife brachten und mir liegen auch die Beobachtungen mehrer (Hobby)Gärtner/innen vor, die in ähnlicherweise beobachteten. Diese Beobachtungs'material' hat aber eine statistisch zu geringe Grösse, um es verallgemeinern zu können.

Wenn auf chemische Bekämpfungsmittel verzichtet werden soll, ist eine Bekämpfung ausserordentlich schwierig. Ansätze können sein:
Rodung der als Zwischenwirt in Frage kommenden Wacholderarten.

Günther Langer nennt bei den Gartenfreunden (gartenfreunde.de) auf der von ihm geschriebenen Seite über den Birnengitterrost folgende Arten bzw. Sorten:

Stark anfällige Sorten:
J. chinensis 'Keteleeri', J. chinensis 'Robusta Green', J. chinensis 'Pfitzeriana', J. chinensis 'Pfitzeriana Aurea', J. chinensis 'Pfitzeriana Compacta', J. sabina 'Blue Danube', (J. sabina 'Blue Donau'), J. sabina 'Tamariscifolia', J. scopulorum 'Blue Haven'

Mittlere Anfälligkeit:
J. chinensis 'Mathot', J. chinensis 'Pfitzeriana Old Gold', J. sabina 'Arcadia'
Geringe bis sehr geringe Anfälligkeit: J. chinensis 'Parsonii', J. sabina 'Broadmoor', J. sabina 'Buffalo', J. sabina 'Rockery Gem', J. sabina 'Tamariscifolia Select', J. scopulorum 'Wichita Blue', J. virginiana 'Skyrocket', J. virginiana 'Grey Owl'

Nicht anfällige Sorten:
J. chinensis 'Plumosa Aurea', J. communis 'Hornibrooki', J. communis 'Repanda', J. squamata 'Blue Carpet', J. squamata 'Blue Star'}

Bei der derzeitig recht schlechten Informationslage bezüglich dieses Rostpilzes sollte man eine derartige Auflistung kritisch lesen – sie ist zwanghaft unvollständig (insbesondere bei dem riesigen Wacholder-Sortiment, das die mitteleuropäischen Baumschulen vertreiben).

– Bei kleinen Bäumen mechanische Bekämpfung durch Entfernung des befallenen Laubes und Verbrennung desselben oder Lagerung weit entfernt von der Birne.

– Allgemeine Stärkungsmassnahmen wie das Wässern in Trockenzeiten, Bodenverbesserung und andere Standortoptimierungen scheinen zum Rückgang des Befalls beitragen zu können (ein Tip der allgemein die Schadwirkungen von anderen Pilzen wie z.B. Echtem oder Falöschem Mehltau reduzieren kann).

Leider sind diese 'Biotips' insbesondere bei starkem Befallsdruck nur von eingeschränkter Wirksamkeit.