naturnahe Gärten

Naturnähe ist überall machbar!

Autor: Andreas Regner

Insbesondere in den Städten kennt die Phantasielosigkeit in Bezug auf die Gartengestaltung oftmals kaum noch Grenzen. Die zum Teil minimalen Grünflächen werden geputzt, als wenn es sich um das Wohnzimmer kurz vor einem grossen Familienfest handelt. Der Rasen (der fast alles ausmacht) ist kurzgeschoren, Pflanzflächen werden von allem gesäubert: Laubfall ist unordentlich – Wildpflanzen unmöglich. Und diese Ordnung hat ihren Preis: Ständige Bodenbearbeitung, Rasenmähen, Dünger für den Rasen, eventuell noch ein Pestizid gegen Gänseblümchen, Habichtskräuter und andere. Dabei kommt gerade im städtischen Bereich den Privatgärten eine Schlüsselrolle für die Vernetzung von Lebensräumen zu. Wer solches will, muss sozusagen auf dem Balkon oder vor der Haustür anfangen.
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Gehölzschnitt – Totholz

Zeit sparen durch Naturschutz

Autor: Andreas Regner

Dieser Text ist auch in einer ausführlichen Langfassung verfügbar.

Totholz kommt natürlicherweise an allen lebenden Gehölzen vor und ist ein wichtiger Lebensraum für bestimmte höhlenbrütende Vögel, zahlreiche Insekten und andere Lebewesen.

Aus stärkeren (Laubholz)baumscheiben oder Bündeln kleinerer Äste und Zweige des ‚toten‘ Holzes lassen sich mit sehr geringem Aufwand auch Nisthilfen für Wildbienen bauen. Gehölzschnitt – Totholz weiterlesen

giftpflanzen – kinder

Giftpflanzen und Kinder

Die Veröffentlichung meines Manuskriptes löste zahlreiche Reaktionen aus, von denen Sie einige auf der Seite giftpflanzen – antworten lesen können. Einige der Kritiken konnte ich mittlerweile in diese Internetseite einarbeiten. Danke!

Immer wieder erkundigen sich besorgte Eltern nach Giftpflanzen, deren Verwendung sie in ihrem Garten zu vermeiden suchen. Oder es gibt eine (halb-)öffentliche Diskussion, die das Verbot von Giftpflanzen im öffentlichen Raum fordert. Hierbei wird an der Wirklichkeit vorbeidiskutiert:

Es gibt annähernd kein Giftpflanzen-Problem.
Dazu einige Zahlen (nach Oberholzer / Lässer, S. 159): In der gesamten Schweiz gab es im Zeitraum 1966 bis 1986 mehrere tausend tödliche Unfälle von Kindern. Davon entfielen ca. 50 % auf den Verkehr. Jeweils etwa 20 Prozent entfielen auf die Ertrinken und Ersticken. Im gesamten Beobachtungszeitraum gab es keine tödlichen Vergiftungen durch Pflanzen, wenn man Pilzvergiftungen ausser betracht lässt (die zum überwiegenden Teil von den Eltern zubereitet wurden).

Dieses spricht vor allem dafür, dass Aufklärungsarbeit in Bezug auf Giftpflanzen Wirkung zeigt. Gleichwohl wäre in dieser Hinsicht viel zu tun, zumal die Pflanzenkenntnis von Erwachsenen und Kindern eher ab- als zunimmt. Viele Eltern verbieten ihren Kindern daher einfach, Pflanzen überhaupt zu essen. Das ist im Einzelfall als Notbremse sicherlich richtig. Gesellschaftlich betrachtet hat dies aber fatale Auswirkungen. Die Pflanzen-Unkenntnis potenziert sich.

Oftmals wird dann der Ruf nach Pflanzenlisten laut, die giftige Pflanzen aufzählen sollen (und die dann nicht mehr gepflanzt werden sollen.)
Das ist die falsche Richtung. Zum einen sollte es ein wichtiges erzieherisches Ziel für ein Kind sein, dass es keine Pflanzen isst, die es nicht sicher ansprechen kann und deren Ungiftigkeit ihm bekannt ist. Zum anderen setzen derartige Listen voraus, dass die Anwender/innen (z.B. Eltern oder pädagogisches Personal) diese Pflanzen auch bestimmen können.
Und: Derartige Listen erwecken den Eindruck der Vollständigkeit. Diese ist aber illusorisch. Es gibt in Mitteleuropa etwa 2500 Blütenpflanzen. Dazu kommen tausende Arten und Sorten von Ziergehölzen und -stauden bzw. Pflanzen anderer Kontinente, tausende Arten Zimmerpflanzen sowie eine Unzahl von Kultursorten. Niemand wird auch nur über eine der Gruppen Übersicht im Hinblick auf die Giftigkeit haben. D.h. solche Listen sind extrem unvollständig, eher ein botanisches Persönlichkeitsprofil des/der Autors/Autorin. Damit besteht die Gefahr, dass eine derartige Liste Erzieher/innen z.B. in einer falschen Sicherheit wiegen.

Und das nächste Problem: Wie definiert der/die Autor/in giftig? Viele dieser Listen enthalten keinerlei Angaben über die Definition und so kann eine Pflanze in einem Buch als ungiftig aufgeführt werden, weil sie nach dem Genuss grösserer Mengen allenfalls Erbrechen herbeiführen kann – ein anderer Autor sieht die Pflanze deswegen schon als giftig an.
Viele Eltern richten bei der Giftpflanzen-Diskussion den Blick auch nur nach draussen. Was oftmals nicht berücksichtigt wird, ist die Giftigkeit von Zimmerpflanzen. Dazu gehören beispielsweise beliebte Pflanzen wie Gummibaum, Weihnachtsstern und Diefenbachie. Auch die Küche bleibt bei der Betrachtung oftmals aussen vor: Kartoffelkraut ist tödlich giftig und einige normale Küchengemüse wie etwa die Bohne sind roh ebenfalls giftig. Unterschätzt wird bei der Giftpflanzen-Diskussion auch oftmals die Auffassungsgabe der Kinder. Auch zweijährige Kinder kann man sehr gut auf die Gefährlichkeit aufmerksam machen, selbst, wenn sie zu diesem Zeitpunkt noch kein Wort sprechen können sollten. Das ersetzt natürlich nicht die sinnvolle Aufsicht, grade auch für die kleinsten Kinder.

Um Missverständnissen vorzubeugen:
Sicherlich sollte Laburnum anagryoides, Goldregen, nicht auf einem Kinderspielplatz gepflanzt werden. Ebenso hat hier eine Herkulesstaude nichts zu suchen. Dies gilt insbesondere, wenn das Spielgelände nicht durch entsprechend geschultes pädagogisches Personal betreut wird.
Aber beispielsweise auf Efeu, Hedera helix, zu verzichten, weil er (minder)giftig ist, wäre falsch. Abgesehen davon, dass keine tödlichen Efeuvergiftungen bekannt sind, schmeckt diese Pflanze einfach nicht. Das ist eine Grosszügigkeit, die uns viele (leider nicht alle) Giftpflanzen gewähren: Durch Bitterstoffe u.a. wird einem oftmals der Apetit vergällt.

Im Privatgarten hingegen kann, entsprechende Beaufsichtigung und Aufklärung vorausgesetzt, relativ grosszügig verfahren werden.
Verzichten würde ich in für die Kleinkinder erreichbaren Bereichen allerdings auf Pflanzen, deren blosse Berührung grosse Schädigungen hervorrufen kann. Hierzu zählt insbesondere die schon erwähnte Herkulesstaude, Heracleum mantegazzianum (Synonyme: Riesenbärenklau, Herkuleskraut). Diese führt durch Berührung mit dem Pflanzensaft zur Photosensibilisierung der Haut. Diese gesteigerte Lichtempfindlichkeit hat wiederum nach Einstrahlung von Sonnenlicht Symptome wie nach schweren Verbrennungen zur Folge, die z.T. irreparabel sind und auch tödlich verlaufen können. Auch zahlreiche andere Doldenblüter, wie die Pastinake, Pastinaca sativa oder der heimische Wiesenbärenklau enthalten die gefürchteten Phototoxine – allerdings in wesentlich geringerem Umfang. Gleichwohl sind auch nach Berührung des Pflanzensaftes der Pastinake z.B. verbrennungsähnliche Erscheinungen möglich.

Auch die Standorte von Seidelbast-Arten, Daphne spec. und Essigbaum, Rhus spec. wollen gut überlegt sein. Die meisten Menschen zeigen starke Hautreaktionen nach Berührung dieser Pflanzen. Die Gefährlichkeit (bezüglich der Berührung) ist aber ungleich geringer als bei der Herkulesstaude. Gegessen wiederum sind sie beide tödlich giftig, weswegen auch für beide Pflanzen verschiedene deutsche Namen existieren, die auf die Giftigkeit dieser Pflanzen hinweisen: Kellerhals (wie von hinten erwürgt zu werden) für den Seidelbast und Gift-Sumach für den Essigbaum.

Veröffentlichungen im Internet:

Giftzentralen im deutschsprachigen Raum finden Sie auf einer gesonderten Seite auf planten.de.
botanikus-Seite zu Giftpflanzen mit Datenbanken.
http://www.botanikus.de/botanik3.html
Interessanter Beitrag eines Arztes zu der Thematik:
Bosch, Stefan (1995): Mit Giftpflanzen leben lernen. Naturschutz heute 1, 1995: 60-61
http://www.nabu.de/nh/archiv/gift195.htm
Giftpflanzen und Tiere (Seite der Uni Zürich)

Erstveröffentlichung: 26.8.2000.

Aquarienpflanzen – Hydrokultur

Hydrokultur im Aquarium

Autor: Gregor Dietrich

Hydropflanzen sind etwas praktisches für Leute mit wenig Zeit sich um ihre grünen Mitbewohnerinnen zu kümmern. Düngen muß man aber doch immer wieder. Süßwasseraquarien sind ebenfalls pflegeleicht, wenn man nicht auf die oft für ihn gewinnbringenden Pflegehinweise des Zoohändlers hört. Doch überschüssige Nährstoffe müssen entfernt werden. Literatur und Zoohändler raten daher wöchentlich 1/3 des Beckenwassers zu wechseln. In der Praxis wechseln erfahrene Aquarianer sobald sie dem Wasser ansehen, daß es nötig ist, fast den ganzen Beckeninhalt. Das ist natürlich nur bei nicht zu stark gechlortem Wasser möglich und geschieht meist einmal im Monat. Natürlich muß ein Wasserwechsel, der ja den hauptsächlichen Zeitaufwand darstellt, umso weniger häufig durchgeführt werden, je weniger Fische und je mehr Pflanzen sich im Becken befinden. Da Aquaristik im Normalfall der Fische wegen betrieben wird, bleibt nur, möglichst viele Pflanzen zu setzen. Aber auch hier ist der Raum beschränkt, zumal ja die Fische auch freien Schwimmraum benötigen und manche Fische, wie die gerade modernen Malawi-Cichliden, einen guten Pflanzenwuchs im Becken durch wühlen oder Fraß ausschließen.
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Gehölzschnitt – Totholz – Langfassung

Totholzhecken – umweltfreundlich und preisgünstig

Zu diesem Artikel gibt es auch eine gekürzte Fassung.

Bei der Bewirtschaftung von Grünflächen fällt immer wieder Schnittgut von Gehölzen an. Dieses Schnittgut wird gemeinhin als Ballast, Müll, Entsorgungsgut gesehen.

Die Folge: Vielen sind die Entsorgungskosten zu hoch und das frische Holz wird an Ort- und Stelle verbrannt. Diese Methode ist i.d.R. wegen der starken Umweltbelastung, die Verbrennung bedeutet, verboten. Trotzdem ist sie vielerorts üblich, z.B. weit verbreitet in der schleswig-holsteinischen Landwirtschaft. Dort fallen beim Auf-den-Stock-setzen (1) der Knicks (2) jedes Jahr grosse Mengen an Schnittgut an, das häufig an Ort und Stelle verbrannt wird.

Nun werden die Landwirte von ökologischer Seite dafür oftmals scharf kritisiert. Erwähnt werden muss hierbei aber, dass die Knickpflege für einen landwirtschaftlichen Betrieb eine erhebliche Arbeitsbelastung darstellt (eine Fremdvergabe des Knickens kommt für die meisten Betriebe aus Kostengründen nicht in Frage). Auch wäre die Frage nach den Alternativen zu stellen: Der Abtransport und die Weiterverbeitung des Schnittgutes, z.B. in einer Kompostieranlage, stellt auch eine Umweltbelastung dar. Gehölzschnitt – Totholz – Langfassung weiterlesen