Bauholz im Garten

Holz im Garten – Resistenzklassen

Holz wird nach DIN 68364 (EN 350) in Resistenzklassen eingeteilt, die anzeigen, wie lange Kernholz ohne Konservierungsmaßnahmen (z.B. Kesseldruckimprägnierung) seinen Gebrauchswert bei Verwendung im Freien beibehält. Dabei wird in 5 Stufen unterschieden:

Gehölzarten, die in Mitteleuropa angebaut werden

  • R 1-2: (15-25 Jahre): Robinie, Robinia
  • R 2 : (15-25 Jahre): Edelkastanie, Castanea sativa; Eiche, Quercus robur
  • R 3-4: (10-15 Jahre): Douglasie; Lärche, Larix; Kiefer, Pinus
  • R 4 : (unter 10 Jahre): Fichte, Picea; Tanne, Abies; Ulme, Ulmus;
  • R 5: Erle, Alnus

1 = sehr resistent
2 = resistent
3 = mäßig resistent
4 = wenig resistent
5 = nicht resistent
R = Resistenzklasse

Das Kernholz ist umso haltbarer, je kleiner die einzelnen Jahresringe sind (d.h.: umso langsamer das Holz gewachsen ist).

Tropenhölzer sollten aufgrund der enormen Transportwege die Ausnahme bleiben, wenngleich sie für einige Trikontländer (‚DritteWeltLänder‘) ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor sind. Mittlerweile gibt es die noch vor wenigen Jahren in Umweltkreisen völlig verpönten Tropenhölzern durchaus aus naturschonender Bewirtschaftung von tropischen Wäldern. Oftmals sind diese Anbaugebiete auch mit besonderen sozialen Standarts für die dort arbeitenden Menschen versehen. Einziges überprüfbares Gütesiegel ist das FSC-Ökosiegel (andere Gütesiegel bitte zur Überprüfung an robin wood e.V. schicken!).
Scharf zu kritisieren ist hingegen der planmäßige Raubbau riesiger Landschaften wie er beispielsweise von einigen Konzernen der japanischen Holzindustrie betrieben wird (Pressholzherstellung). Also, wenn Tropenholz: Bitte kein Kinderblut an den Stämmen und keine Wüste hinterlassen.
Bei Baumaßnahmen im Garten ist zu prüfen, inwieweit regionale Bezugsmöglichkeiten für die genannten Holzarten, die möglichst auch regional angebaut werden sein sollten, bestehen. Das erspart der Umwelt und dem Geldbeutel Transportwege. Danach muss geprüft werden, welche Haltbarkeit für die jeweilige Bauweise in der Kosten-/Nutzenrechnung die sinnigste erscheint.

Holzschutz: Leider verstehen zuviele Menschen unter diesem Wort vor allem „Chemie“. Holzschutz fängt aber viel früher an. Der konstruktive Holzschutz geriet mit der Erfindung von Lacken etc. leider ziemlich in Vergessenheit und wird erst die letzten Jahre wieder stärker beachtet. Unter diesem Namen werden alle Bauprinzipien zusammengefasst, die es den holzzersetzenden Umgebungseinflüssen möglichst schwer machen das Holz zu zerstören. Dazu gehört z.B. die Vermeidung des direkten Erdkontaktes bei Pfählen (Idealabstand zur Erde ca. mindestens 5 cm).
Auf die „klassischen“ Holzschutzmaßnahmen sollte verzichtet werden. Sie sind teils sehr zeitaufwendig bzw. teuer (Lackierung), auf jeden Fall kommt aber in einigen Jahren ein Entsorgungproblem auf sie zu. Das gilt auch für kesseldruckimprägniertes (KDI) Holz. Unbehandeltes Holz kann einfach entsorgt werden: Lagerfeuer, Totholzhaufen, verrottete Stellen abschneiden und wiederverwenden….

Holzherkünfte: Ein exakter Herkunftsnachweis ist für viele Holzhändler schwer zu erbringen. Zur Orientierung sind einige (Haupt)anbaugebiete genannt. Europäische Holzarten kommen vor allem aus Skandinavien und aus Osteuropa auf den deutschen Markt. Edelkastanie: Frankreich. Lärche: Skandinavien, Mittel- und Osteuropa.